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Kronprinzessin Mette-Marit spricht nach Jahren des Schweigens über ihre Verbindung zu Jeffrey Epstein

hooulra
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Oslo – Jahrelang war es still gewesen, doch nun bricht Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen ihr Schweigen. In einem seltenen und emotionalen Fernsehinterview hat sich die 52-Jährige erstmals ausführlich zu ihrer einstigen Bekanntschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geäußert. Vor laufenden Kameras des norwegischen Senders NRK gestand Mette-Marit: „Ich wünschte, ich hätte ihn niemals getroffen.“ Die Enthüllungen über ihre Verbindung zu Epstein, die durch die Veröffentlichungen in dem berüchtigten Fall ans Licht kamen, hatten in ihrer Heimat für erhebliches Aufsehen und Kritik gesorgt. Hunderte Male taucht ihr Name in den Ermittlungsakten auf.

Zwischen Freundschaft und Manipulation

Die Kronprinzessin beschrieb ihre Beziehung zu Epstein als „freundschaftlich“ und betonte, sie sei über Jahre hinweg im Austausch mit ihm gewesen. Dies sei auch geschehen, nachdem Epstein bereits wegen sexueller Vergehen verurteilt worden war. Eine Tatsache, von der Mette-Marit nach eigenen Angaben nichts wusste. „Ich wusste nicht, dass er ein Sexualverbrecher war“, behauptete sie nun im Gespräch mit NRK. Sie räumte jedoch ein, sich von ihm „manipulieren und täuschen“ lassen zu haben. „Alle, die ich mit Epstein traf, waren Erwachsene. Ich habe nie etwas Illegales gesehen“, erklärte sie weiter. Dennoch schilderte sie einen beunruhigenden Vorfall während eines Aufenthalts in Palm Beach, bei dem Epstein sich ihr gegenüber auf eine Weise verhalten habe, „die mir nicht gefallen hat“. Die Situation habe sie derart verunsichert, dass sie ihren Mann, Kronprinz Haakon, habe anrufen müssen. Details zu diesem Vorfall behielt sie für sich, Medienberichten zufolge soll es sich aber nicht um einen Übergriff gehandelt haben. Auch nach dieser Erfahrung hielt sie den Kontakt aufrecht, begründet dies mit einer Mischung aus eigener Leichtgläubigkeit und Epsteins manipulativem Einfluss. Erst aufgrund solcher Vorfälle habe sie den Kontakt schließlich abgebrochen.

Gesundheit, Söhne und die Last der Vergangenheit

Mette-Marits späte Offenheit wird auch vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Umstände betrachtet. Der Hof hatte ihre bisherige Zurückhaltung mit gesundheitlichen Problemen begründet; die Kronprinzessin leidet an einer chronischen Lungenkrankheit, die viel Ruhe erfordert. Gleichzeitig stand und steht ihr ältester Sohn Marius Borg Høiby, 29, im Fokus der Öffentlichkeit, da er jüngst mit einem Vergewaltigungsverfahren konfrontiert war, dessen Urteil noch aussteht. „Ich bin die Mutter eines jungen Mannes, der sich in einer sehr schwierigen Situation befunden hat“, sagte Mette-Marit und verband dies mit ihrer eigenen gesundheitlichen Anfälligkeit. Die langwierigen Veröffentlichungen rund um den Fall Epstein und die damit verbundene öffentliche Erwartungshaltung scheinen die Kronprinzessin und ihre Familie stark belastet zu haben. Es bleibt abzuwarten, wie diese Aussagen die öffentliche Wahrnehmung nachhaltig beeinflussen werden.


📰 Source: Spiegel