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Audi-Teamchef Wheatley vor heißem Wechsel zu Aston Martin?

hooulra
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Gerade erst hat Audi mit Pauken und Trompeten seinen Einstieg in die Königsklasse des Motorsports verkündet, da wackelt bereits die Führungsetage. Jonathan Wheatley, eine Schlüsselfigur im deutschen Formel-1-Projekt, soll angeblich vor einem blitzschnellen Wechsel zum Konkurrenten Aston Martin stehen. Brisant: Ihm winkt dort angeblich der Posten, den einer der größten Namen der F1-Geschichte, Adrian Newey, wohl bald räumen will.

Neweys Rückzug und Wheatleys Chance

Die Gerüchte, die das Portal “Autosport” streut, klingen wie ein Formel-1-Drehbuch: Adrian Newey, die legendäre Konstrukteurslegende, die erst vor vier Monaten überraschend die Teamchef-Rolle bei Aston Martin übernahm, soll seinen Hut als Chef wieder nehmen. Offiziell will er sich ganz auf seine Aufgabe als Technikchef konzentrieren, doch die Indiskretionen besagen, er selbst habe Wheatley als seinen Nachfolger ins Spiel gebracht. Eine faszinierende Wendung, bedenkt man die 20-jährige gemeinsame Vergangenheit der beiden bei Red Bull Racing. Beide verließen das österreichische Team erst im vergangenen Jahr, um neue Herausforderungen anzunehmen. Newey sollte bei Aston Martin ursprünglich nur als technischer Kopf agieren, doch die sportliche Misere des Teams, geplagt von Problemen mit dem neuen Honda-Motor, drängte ihn offenbar in die Teamchef-Rolle. Sein Rückzug könnte ihm nun erlauben, sich voll und ganz der Behebung der technischen Baustellen zu widmen.

Interne Spannungen bei Audi und eine Rückkehr in die Heimat

Für Jonathan Wheatley wäre ein Wechsel zu Aston Martin mehr als nur ein Karriereschritt. Bei Audi teilt er sich die Chefposition mit CEO Mattia Binotto, und Berichten zufolge sollen die beiden nicht immer auf einer Wellenlänge liegen. Audi-Chef Gernot Döllner soll diese Doppelspitze zwar als funktionabel, aber nicht als optimal betrachten. Bei Aston Martin könnte Wheatley die alleinige Kommandogewalt übernehmen und hätte angesichts der aktuellen Situation kaum etwas zu verlieren. Doch es gibt noch einen weiteren, sehr menschlichen Aspekt: Laut “Bild” sehnt sich Wheatleys Familie nach einer Rückkehr nach England, und die Aston-Martin-Fabrik liegt nur einen Steinwurf von seinem alten Wirkungsort bei Red Bull entfernt. Eine Rückkehr in ein vertrautes Umfeld wäre für alle Beteiligten eine willkommene Abwechslung.

Der genaue Zeitpunkt von Wheatleys möglicher Vertragsauflösung hängt wohl von dessen aktueller Verpflichtung bei Audi ab. Sollte der Wechsel tatsächlich über die Bühne gehen, ist eine zwischenzeitliche Auszeit von Wheatley wahrscheinlich. Das Risiko, dass er wertvolle technische Erkenntnisse von Audi mit zu Aston Martin nimmt, wäre sonst schlichtweg zu groß. Für Audis ambitioniertes Formel-1-Projekt wäre dies ein früher und schmerzhafter Dämpfer. Ob die Lücke dann neu besetzt oder die Führungsebene unter Binotto neu strukturiert wird, bleibt abzuwarten. Die Formel 1 lebt eben auch von ihren Personalrochaden, und diese hier verspricht, richtig spannend zu werden.


📰 Source: T-Online