Ein schockierendes Ergebnis hat die Stiftung Warentest bei ihrem jüngsten Vergleich von Kinderfahrradhelmen präsentiert. Von 18 getesteten Modellen für Mädchen und Jungen im Alter von zwei bis zwölf Jahren konnte keines in allen Kategorien überzeugen. Die Tester sprechen von einem “ernüchternden Ergebnis”, das Eltern hellhörig machen sollte.
Kompromisse beim Schutz oder Komfort?
Zwar leisten alle getesteten Helme grundsätzlich gute Arbeit, wenn es darum geht, Stöße abzufedern und schwere Kopfverletzungen zu verhindern. Doch die Stiftung Warentest deckte deutliche Schwächen auf: So fiel es einigen gut schützenden Modellen an Komfort, während bequem sitzende Helme im Dunkeln kaum zu erkennen waren. Besonders pikant: Ausgerechnet das teuerste Modell im Feld gehört zu den leistungsschwächsten Produkten. In der kritischen Disziplin Unfallschutz erhielten zwei Helme lediglich die Note “Ausreichend”. Grund zur Sorge, denn bei diesen Modellen könnten sich die Riemen im Ernstfall lockern und den Helm verrutschen lassen – mit potenziell gravierenden Folgen für die Sicherheit.
Der günstige Preis-Leistungs-Sieger
Die gute Nachricht: Immerhin 16 der getesteten Helme erhielten die Note “Befriedigend”. Darunter finden sich sogar zwei Modelle, die im Bereich Unfallschutz mit “Gut” bewertet wurden. Der absolute Überraschungssieger ist dabei gleichzeitig der günstigste Helm im Test: Der “Lidl Crivit Kinder-Fahrradhelm mit Rücklicht” für gerade einmal 15 Euro wurde mit der Note 2,6 bewertet. Ebenfalls gut abgeschnitten, wenn auch mit kleinen Abstrichen, haben der “Lazer Nutz 2.0 KinetiCore” für 50 Euro und der “Uvex Oyo” für 47 Euro, beide mit der Gesamtnote 2,7. Ein weiterer Anwärter mit “Gut” im Unfallschutz ist der “Specialized Shuffle 2 LED” für 55 Euro, der allerdings insgesamt die Note 3,0 erhielt – genauso wie das teuerste Modell im Test, das über 100 Euro kostete.
Die Preise der getesteten Helme reichten von 15 bis 100 Euro. Die Prüfer legten besonderen Wert auf den Unfallschutz (55 Prozent), die Handhabung (40 Prozent) und Schadstoffe (5 Prozent). Getestet wurde sowohl im Labor als auch unter realen Bedingungen, unterstützt von zwölf Kindern und deren Eltern. Die Experten der Stiftung Warentest raten dringend dazu, sich beim Kauf Zeit zu nehmen und den Helm gemeinsam mit dem Kind anzuprobieren. Nur so lässt sich sicherstellen, dass er korrekt sitzt: waagerecht auf dem Kopf, zwei Fingerbreit über den Augenbrauen, und der Kinnriemen mit zwei Fingern Abstand zum Hals.
📰 Source: Spiegel