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Krisen-Zuflucht für Luxusliner: Qatar Airways verlegt Dutzende Jets nach Spanien

hooulra
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Der einsame Flughafen in der spanischen Provinz Teruel ist mehr als nur eine Landebahn. Er ist zum stillen Zeugen globaler Spannungen geworden. Seit Tagen donnern hier Großraumflugzeuge vom Golf auf die Piste. Der Grund: die unruhige Lage am Persischen Golf. Qatar Airways, die nationale Fluggesellschaft des Emirats, hat offenbar die Zeichen der Zeit erkannt und verlegt Dutzende ihrer wertvollen Maschinen in die relative Sicherheit Spaniens. Ein klares Indiz dafür, dass man im strategisch wichtigen Golfstaat nicht mit einem schnellen Ende der Konflikte rechnet.

Spanien als sicherer Hafen

Die Flugzeuge, darunter imposante Airbus A380 und moderne Langstreckenjets wie der A350 und die Boeing 787, werden auf dem Flugzeugfriedhof von Teruel eingemottet. Laut dem Luftfahrtportal Flightradar 24 sind es bereits rund 20 Maschinen, die hier eine vorübergehende Bleibe gefunden haben. Eine Sprecherin von Qatar Airways spricht von „außergewöhnlichen Umständen in der Region“ und einer „vorübergehenden Maßnahme“. Doch die schiere Anzahl der verlegten Jets lässt erahnen, dass diese Maßnahme weit mehr als eine reine Vorsichtsmaßnahme ist. Das Drehkreuz der Airline in Doha liegt schließlich mitten im Epizentrum der angespannten Sicherheitslage.

Teruel: Mehr als nur Parkplatz

Der Flughafen von Teruel, auf über tausend Metern Höhe gelegen und gesegnet mit über 250 Sonnentagen im Jahr, bietet ideale Bedingungen für die Lagerung von Großflugzeugen. Einmal eingemottet, können die Maschinen hier, anders als beispielsweise in der amerikanischen Wüste, relativ schnell wieder reaktiviert werden, sollte die Lage sich entspannen. Eine wichtige Überlegung, denn die Kosten für die Einlagerung sind nicht unerheblich. Bei voller Belegung könnte sich die jährliche Parkgebühr für bis zu 250 Maschinen auf über eine halbe Million Euro summieren. Aktuell sind hier etwa 70 Flugzeuge untergebracht, eine Zahl, die sich mit der Eskalation der Krise rasch erhöhen könnte. Bereits während der Corona-Pandemie war Teruel ein gefragter Ort für die Zwischenlagerung von Flugzeugen, als sich dort zeitweise mehr als 130 Maschinen drängten.

Die Entscheidung von Qatar Airways wirft einen beunruhigenden Blick auf die tatsächliche Einschätzung der Sicherheitslage am Golf. Ob die verlegten Jets bald wieder in den Dienst zurückkehren können, hängt maßgeblich von der Entwicklung der politischen Situation ab. Die stille Parade der Luxusliner in der spanischen Einöde ist ein drastisches Symbol dafür, wie sehr sich die Weltpolitik auf die globalen Handelsrouten und die Luftfahrt auswirkt.


📰 Source: FAZ