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Mark Zuckerberg dreht dem Metaverse den Saft ab

hooulra
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MARK ZUCKERBERG ZIEHT BREMSE BEI VR: DAS METAVERSE VERLIERT AN BODEN

San Francisco – Die Vision eines vernetzten, virtuellen Lebens, einst von Mark Zuckerberg als die Zukunft des Internets gefeiert, scheint einen deutlichen Dämpfer zu erhalten. Meta, der Technologiegigant hinter Facebook und Instagram, zieht die Zügel bei seiner ambitionierten Metaverse-Strategie deutlich an und signalisiert eine strategische Neuausrichtung. Die virtuelle 3D-Welt “Horizon Worlds”, die auf den VR-Headsets des Unternehmens lief, wird zum 15. Juni eingestellt. Zwar kündigte Meta nach öffentlichem Druck an, die Plattform für Brillen-Nutzer vorerst zugänglich zu lassen, doch neue Inhalte für Horizon Worlds sind nicht mehr zu erwarten. Dies markiert einen klaren Abschied auf Raten von einem Projekt, in das Zuckerberg und sein Unternehmen über Jahre hinweg Milliarden investiert haben.

Der Traum vom digitalen Jenseits: Ein teures Unterfangen

Die Umbenennung von Facebook in Meta im Jahr 2021 war ein Bekenntnis zu Mark Zuckerbergs Vision des Metaverse – einer digitalen Realität, in der Menschen interagieren, arbeiten und spielen können. Mit der Entwicklung von hochwertigen VR-Headsets und der Schaffung virtueller Welten setzte Meta alles auf diese Karte. Doch die erhoffte Nutzerflut und die kommerzielle Tragfähigkeit blieben aus. Die Abteilung Reality Labs, verantwortlich für diese Bestrebungen, häufte operative Verluste in Milliardenhöhe an, Quartal für Quartal. Der Markt entwickelte sich langsamer als erhofft, die Konkurrenz schlief nicht und das Interesse der breiten Masse blieb überschaubar. Nun scheint der Fokus klar verschoben: Künstliche Intelligenz (KI) ist das neue Schlachtfeld, auf dem Zuckerberg die Rivalen OpenAI und Google herausfordern will. Hunderte Milliarden Dollar sollen in diesen Bereich fließen, wie Zuckerberg selbst verkündete. Bereits im Januar wurden über tausend Stellen im Bereich Reality Labs gestrichen, um Ressourcen für KI-gestützte Wearables und Smartphone-Funktionen freizumachen.

VR nicht aufgegeben – aber die Prioritäten verschieben sich

Meta betont zwar, dass die virtuelle Realität keineswegs komplett aufgegeben wird. Die Branche wachse, wenn auch langsamer als erwartet, und weitere VR-Headsets seien geplant, die auf spezifische Nutzergruppen zugeschnitten werden sollen. Dennoch sind die Zeichen unübersehbar: Zahlreiche hauseigene VR-Studios wurden geschlossen, und eine für den professionellen Einsatz gedachte Version der Horizon-Plattform wurde ebenfalls eingestellt. Gleichzeitig treibt Meta die Entwicklung smarter Brillen voran, die weniger klobig sind als herkömmliche VR-Headsets. Diese Ray-Ban und Oakley Modelle ermöglichen die Interaktion mit KI und die Aufnahme von Fotos und Videos – ein klarer Schritt in Richtung KI-gestützter Alltagstechnologie, der vom VR-Traum ablenkt.

Die Zukunft des Metaverse bleibt somit ungewiss, während Meta unter der Führung von Mark Zuckerberg eine Kehrtwende in Richtung künstlicher Intelligenz vollzieht. Ob diese neue Ausrichtung die Milliardenverluste kompensieren und den Konzern nachhaltig voranbringen kann, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.


📰 Source: Spiegel Tech