Vier Wochen Entbehrung liegen hinter ihnen, nun bricht eine Zeit der Freude und des Zusammenseins an: Das Fest des Fastenbrechens, von vielen in der Türkei auch liebevoll “Zuckerfest” genannt, markiert das Ende des heiligen Monats Ramadan. Für gläubige Muslime weltweit bedeutet dies eine Rückkehr zu den Genüssen des Lebens, nachdem sie von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und andere weltliche Freuden verzichtet haben – eine zentrale Säule ihres Glaubens.
Ein Fest der Gemeinschaft und der Besinnung
Eid al-Fitr, wie das Fest auf Arabisch heißt, ist weit mehr als nur ein Verzicht auf Süßigkeiten. Es beginnt traditionell mit einem gemeinsamen Gebet in der Moschee, oft gefolgt von einem stillen Gedenken an Verstorbene auf dem Friedhof. Doch der Kern des Festes liegt im Miteinander: Besuche bei Familie und Freunden sind essenziell, kulinarische Genüsse bilden den Höhepunkt der Feierlichkeiten. Und wie es im Islam vorgesehen ist, wird an Bedürftige gespendet, um auch ihnen Teilhabe an der Freude zu ermöglichen. Kinder und Jugendliche dürfen sich über Geschenke freuen, ein Zeichen der Wertschätzung und des Optimismus für die Zukunft.
Ein Kalender, der die Zeiten tanzen lässt
Ein faszinierender Aspekt des Zuckerfestes ist sein wechselndes Datum. Anders als das westliche Ostern ist es nicht an den gregorianischen Kalender gebunden, sondern folgt dem islamischen Mondkalender. Dieser ist mit seinen 354 Tagen kürzer als unser Sonnenjahr. Das bedeutet, dass Eid al-Fitr jedes Jahr elf Tage nach vorne rückt. So kann es vorkommen, dass die Fastenzeit und das anschließende Fest in die Hitze des Hochsommers fallen. Die Sichtung des Neumondes gibt schließlich das Signal für den Beginn der Festlichkeiten. Im Jahr 2026 wird das Ende des Fastenmonats voraussichtlich am 19. März eingeläutet, und damit beginnt die traditionelle Zeit der ausgelassenen Freude.
📰 Source: Spiegel